Innovation … oder Detonation

Da haben wir ja nochmal Glück gehabt: Der Asteroid mit dem wenig wohlklingenden Namen „2004BL86“ flog diese Woche einigermaßen knapp an unserer Erde vorbei. Es gab keine Detonation. Aber noch nie kam uns ein bekannter und damit erfasster Asteroid so nah. Aber er flog vorbei und wir können durchatmen – leider nicht so lange. Denn 2029 und dann nochmals 2036 wird der schon seit längerer Zeit bekannte Asteroid „Apophis“ der Erde nahe, sogar sehr nahe kommen. Noch immer können Wissenschaftler nicht hundertprozentig ausschließen, dass er mit uns kollidieren wird. Ein ganz und gar unangenehmer Gedanke.  Selbst wenn man – rein aus sprachästhetischen Motiven heraus – behaupten kann, dass man lieber, Laokoon nicht unähnlich, von einem „Apophis“ getroffen wird, als von einem „200BL86“. Das Ergebnis bleibt trotzdem zunächst einmal das Gleiche. Was also tun? Abwarten oder Gegenmaßnahmen treffen?

Hollywoods Filmindustrie denkt sich der Effekte wegen permanent Szenarien aus, die die Erde bedrohen: Außerirdische, Riesensaurier, Riesenaffen, nicht mehr rotierende Erdkerne, abreißender Golfstrom, Riesenwellen … und eben Einschläge aus dem All. „Deep Impact“ oder „Space Cowboys“ nehmen das reale Szenario von 2029 oder 2036 schon mal vorweg und bieten auch Lösungen an. Jemand muss ins All fliegen und die drohende Gefahr in die Luft (ein Scherz am Rande) sprengen. In Space Cowboys übernehmen das alte Haudegen wie Clint Eastwood, Tommy Lee Jones, Donald Sutherland oder James Garner.

Nun haben wir in der Realität das Problem, dass die Gegenmaßnahme auf jeden Fall klappen sollte. Eine Innovation ist ja eine Idee, die sich in der Praxis bewährt und sich daraus folgend etablieren kann. Wenn sich die Idee in der Praxis nicht bewährt, dann wars das eben. Bei unserem Apophis-Problem ist das keine befriedigende Option. Insofern brauchen wir für 2029 tatsächlich eine Idee, die sich sofort etablieren kann: eben eine zerstörerische Innovation. Und warum sollte man sich nicht durch Hollywood inspirieren lassen?  Der Vorstellungskraft sind keine Grenzen gesetzt. Einzig die Vorstellung, dass uns 2029 Clint Eastwood  retten kann, ist vielleicht ein bisschen weit hergeholt. Er ist dann 99 Jahre alt.

Obwohl …