Big Data und der Griff in die Zukunft

Big Data und unsere Zukunft … vielleicht spielt das mittlerweile auch irgendwie schon gar keine Rolle mehr? Denn wenn der Zug mal abgefahren ist, dann ist er weg; ob ich nun dafür oder dagegen bin. Sind wir nicht alle ein bisschen Daten? Sind Daten nicht die ausschließliche Zukunft?

 

Die Welt in der Google-Linse

Google splittet sich auf, um sich einzelnen Projekten noch tiefgehender und differenzierter widmen zu können. So wurde beispielsweise von Alphabet, also irgendwie von Google, ein eigenes Unternehmen gegründet für die Entwicklung der schon seit längerer Zeit im Gespräch befindlichen smarten Kontaktlinse. Diese soll dann völlig unkompliziert den Blutzuckerspiegel messen können. Es werden durch die Linse automatisch die lebensnotwendigen Daten erhoben; das ist eine sehr sinnvolle Innovation. Ob dabei nun auch noch andere Daten erhoben werden … können – wahrscheinlich nicht, denn das wäre ja, sagen wir: unseriös. Oder vielleicht doch? Oder vielleicht spielt das mittlerweile auch irgendwie schon gar keine Rolle mehr? Denn wenn der Zug mal abgefahren ist, dann ist er weg; ob ich nun dafür oder dagegen bin. Und so: Es wird vor facebook gewarnt, es wird vor google gewarnt oder ganz neu jetzt, weil erst seit einigen Tagen auf dem Markt: es wird vor Windows 10 gewarnt.

Es werden Daten allüberall erhoben und allzu bereitwillig geben wir sie auch her. Und so entstehen Datenberge über Datenberge – Big Data. Wurden im Jahr 2005 noch ca. 130 Exabyte (ein Exabyte entspricht einer Trillion Byte) an Daten gesammelt, so sind es prognostiziert bis Ende des Jahres 2015 fast 8.600 Exabyte – das ist mehr als die sechzigfache Menge in gerade mal 10 Jahren. Bis 2020 sagt man eine Datenmenge von 40.000 Exabyte voraus – das ist dann mehr als die dreihundertfache Menge. Diese Daten stammen von Statista – Das Statistik-Portal.

 

Big Data: Es war, es ist – es wird sein!

Die erhobenen Daten sind nun mittels passender Analytics-Tools mit den entsprechenden Algorithmen in hervorragender Weise dazu geeignet, einen fundierten Blick in die Vergangenheit und auch bereits in die Gegenwart zu werfen. Eine Unmenge an Daten macht intuitive Einschätzungen praktisch überflüssig. Die Zusammenhänge darüber, was wie und warum passiert ist und passiert, werden nicht mehr vermutet, sondern errechnet. Descriptive Analytics bietet hier ideale Lösungen an.

Und natürlich ist es jetzt möglich, einen Schritt weiterzugehen. Warum mit der Vergangenheit und Gegenwart zufriedengeben, wenn vielleicht die Zukunft sich vorhersagen lässt? Die Algorithmen werden verbessert und wir münden von Descriptive Analytics ein in Predective Analytics. So wird zum Beispiel eine Software entwickelt wie IBMs  „Blue C.R.U.S.H.“  („Criminal Reduction Utilizing Statistical History“); eine Software, die Verbrechen in der Zukunft voraussagen kann. Wo wird wann was mit hoher Wahrscheinlichkeit passieren? Die Zukunft wird transparenter. Und erste Versuche zeigen, dass zumindest in der Verbrechensbekämpfung  Predective Analytics funktioniert. Durch die verstärkte Polizeipräsenz an den „Noch-Nicht-Tatorten“ konnte die Verbrechensrate gesenkt werden. Die Zukunft wird nach wie vor eintreten, aber wir kennen sie schon und sind gerüstet. Mit diesem Wissen ist Verbrechen tatsächlich eindämmbar. Das ist natürlich eine gute Sache. Und natürlich ist Predective Analytics nicht auf Verbrechensbekämpfung beschränkt: Die Zukunft besteht aus weit mehr als nur Verbrechen … Kunden, Märkte, Wettbewerber – für sie alle findet Zukunft statt. Und diejenigen, die wissen, wie sie wird, die sitzen bereits an den richtigen Hebeln.

 

Big Data: So wird heute Zukunft gemacht!

Doch wenn es durch Big Data und Predective Analytics schon eine so gute Möglichkeit gibt, die Zukunft ein wenig voraussehen zu können: Ist dann nicht vielleicht auch die Möglichkeit gegeben, auf genau diese erkannte Zukunft Einfluss zu nehmen? Und damit sind wir bei Prescriptive Analytics angelangt. Überspitzt formuliert: Was ist zu tun, damit die Zukunft so wird, wie wir uns das vorstellen? Die Zukunft wird nicht mehr nur vorausberechnet, sondern gleich selbst gemacht – anhand Big Data. Durch dieses entstehende, dieses generische Wissen wird Innovation immer entgrenzter.

Insofern sind die Google-Kontaktlinsen voller Potenziale: Neben meinem Blutzuckerspiegel sehe ich, was vor meinen Augen und auf der gesamten Welt gerade passiert und vielleicht auch bald, was gleich passieren wird. Und wenn Sie nun sagen, dass das ja schon sehr weit hergeholt ist: Dann denken Sie an Captain Jean-Luc Picard und „Ok, google!“ (Teil 1 der Alphabet-Trilogie).

 

Hier gehts weiter zu Teil 3 in der „Alphabet-Trilogie“: Die letzte Innovation …