Verdichtete Innovationen: Die modernen Laternen

Die guten alten Laternen am Rande der Straßen werden zu Innovationsunterstützern und insgesamt zu innovationsverdichteten Objekten. Einfach nur Laterne war gestern. Heute ist die Straßenlaterne multifunktional; ihre Möglichkeiten sind noch lange nicht ausgeschöpft. Und Laternen sind nur ein Beispiel für die Potenziale, die in vielen Gegenständen stecken …

 

Die grünen Laternen

Die Kernkompetenz einer Straßenlaterne ist vor allem im Leuchten zu sehen. Das hat sich schon seit vielen Jahrhunderten so bewährt. Bereits 1687 wurde in Wien die erste Verordnung zur Illuminierung von Straßen und Plätzen erlassen. Als Folge daraus wurden innerhalb eines Jahres über 2000 Lampen in der Stadt eingesetzt. Die Erfolgsgeschichte der Straßenlaterne fand so ihren Anfang.

Aber schon seit vielen Jahren wird sie auch noch zweckentfremdet; nämlich als Immobilie, an der man sein Fahrrad anketten kann. Dafür war eine Laterne zwar nie gedacht, aber das hat sich so ergeben. Wenn also so auch nicht gewollt, so haben Laternen an Effektivität für ihre „Nutzer“ gewonnen.

Kommen wir von der Effektivität zur Effizienz. Hier haben wir das Problem, dass die Straßenlaterne so einfach vor sich hin leuchtet; völlig unabhängig davon, ob das verbreitete Licht nun von jemanden benötigt wird oder eben nicht. Da dieses Licht aber logischer Weise Ressourcen, also Energie benötigt und damit verbraucht, darf oder muss die Effizienzfrage gestellt werden. Und die Antwort darauf war bisher eher obsolet. Man könnte sie vielleicht so zusammenfassen: Das ist halt so mit Laternen.

Insofern galt es hierfür eine Lösung zu finden und sie wurde gefunden. Sie ist keine Sensation, aber für Straßenlaternen doch ungewöhnlich. Ist auf der Straße weder Fußgänger noch Fahrer unterwegs, dann dimmt sich die Laterne selbst. So erfüllt sie nach wie vor ihren Zweck; aber nur noch dann, wenn dieser Zweck auch vorhanden ist. Damit wird die Umwelt geschont und so ist das eine sinnvolle Innovation.

Und da sind wir uns einig, oder? Eine sich selbst dimmende und damit ökologisch mitdenkende Laterne ist eine gute Laterne!

 

Die Zapf-Laternen

Die ökologische Laterne sind  ist eine Gute. Soviel steht fest. Während die alten Laternen mit Petroleum oder Öl betrieben wurden, werden die heutigen mit Elektrizität betrieben. Elektrizität ist heute nicht nur in vieler, sondern eher in allermunde als die ökologische Alternative für brennstoffbasierte Mobilität. Nun, das kann man, aber das muss man nicht bedingungslos so sehen (siehe hierzu den Abschnitt „Herr Janus kauft ein Auto in der Vuka-Welt“ in meinem Blog-Artikel „Vuka Vuka 17“).

Wie dem auch sei: E-Mobilität ist Trend, E-Mobilität wird forciert, E-Mobilität ist en vogue, E-Mobilität ist Innovation per se. Also werden für genau diese Mobilität alternative „Tankstellen“ benötigt. Wo also könnte man den vielen Strom flächendeckend entnehmen? Sie haben es erraten! Da gibt es eben flächendeckend und in regelmäßigen Abständen Laternen, in denen Elektrizität schon seit vielen Jahren vorhanden ist. Warum also nicht diese Elektrizität anderweitig nutzen: zum Beispiel für Elektroautos oder E-Bikes? Die Laterne wird zum Innovationsunterstützer.

Es spricht nichts dagegen und da sind wir uns einig, oder? Eine stromspendende und damit mobilitätsgewährleistende Laterne ist eine gute Laterne!

 

Die alarmierenden Laternen

Der Vorteil an Laternen ist, dass sie sowohl weit verbreitet, als auch dann im Verbreitungsgebiet recht regelmäßig zu finden sind; zum Beispiel entlang von Straßen. Das gleicht den Straßenpfosten an eben diesen. Oder das gleicht auch den Notrufsäulen an Autobahnen. Doch wer behauptet, dass Situationen, in denen Notrufe notwendig sind, nur an Autobahnen entstehen? Richtig: Niemand! Insofern wird die moderne Laterne nun noch weiter aufgerüstet. Sie wird eine Notrufsäule. Immer wenn Not an Mann oder Frau ist, kann die nächste Laterne die allererste Anlaufstelle sein, um einen direkten Notruf absetzen zu können. Die Verbindung zur nächsten Rettungsleitstelle wird direkt hergestellt; der Standort ist sofort ermittelt und Hilfe kann schnellstmöglich organisiert werden. Dies ist eine mehr als sinnvolle Ergänzung zur Funktionalität von herkömmlichen Laternen und durchaus auch als innovativ zu bezeichnen.

Und da sind wir uns einig, oder? Eine alarmierende Laterne ist eine gute Laterne!

 

Das leuchtende WLAN

Laternen werden also immer multifunktionaler. Und da kann es nicht ausbleiben, dass der Sprung von der Kommunikationsstelle für Notrufe hin zur vernetzten Laterne erfolgt. So bieten die modernen Laternen nun auch einen WLAN-Zugang. Sie sorgen so nicht nur mehr für den Durchblick vor Ort, sondern sie leuchten auch gleich noch den Weg aus hinaus in die gesamte Welt. Und wenn wir repräsentativ umfragen würden „Was ist Ihrer Meinung nach von größerer Wichtigkeit: Straßenbeleuchtung oder Straßen mit WLAN?“ Was wäre wohl die Antwort? Es gäbe sicher ein eindeutiges Ergebnis. Also: Straßenlaternen mit WLAN-Zugang – was für eine Idee! Was für eine Innovation!

Da sind wir uns einig, oder? Ein WLAN-Zugang, der auch noch Straßen ausleuchtet, ist ein richtig guter WLAN-Zugang! Laternen hin, Laternen her.

Aber damit ist noch lange nicht das Ende der Laternenstange erreicht: Die Parkplatzsuche könnte über vernetzte, also smarte Laternen erleichtert werden. Oder Verkehrsdaten könnten vor Ort aufgenommen, gesendet und damit der Verkehrsfluss automatisiert geregelt werden … und, und, und. Die Kernkompetenz von Laternen wird neu definiert. (Mehr zum Thema Smart City Light z.B. unter EnBw)

Was allerdings jetzt noch nicht geklärt ist: Wie die smarte moderne Laterne auf die herkömmliche Nutzung durch beinhebende Hunde reagieren wird…