Macht macht …

Dann gibt es die dunkle Seite der Macht. Darth Vader ist ein berühmter Vertreter aus der Fiktion. Leider gibt es aber auch einige würdige Vertreter hier auf der Erde, auch in Unternehmen, die besser Fiktion wären – aber leider nicht sind. 

 

Let´s talk about Macht. Eine Herleitung – Teil 1

Dieser Artikel hat so viele Ursprünge, dass ich schon gleich gar nicht weiß, wo ich beginnen soll. Aber fangen wir mal damit an, dass das Thema Macht in meinen Vorträgen eine Rolle spielt. Wahrscheinlich, weil es mir sehr wichtig ist. Ich biete vier verschiedene Vorträge an und in allen komme ich darauf zu sprechen. Und zwar geht es mir insofern um das Thema Macht, weil wir sie alle, also auch Sie und ich, immer wieder leichtfertig vergeben. Wir geben die Macht – nicht zuletzt dann auch über uns selbst – an andere ab. Anschließend sind wir natürlich überrascht – und erzürnt. „Das dürfte es eigentlich nicht geben!“ So formulieren wir dann gerne. Dann ist es aber gut und gerne auch schon mal zu spät. In meinen Vorträgen nehme ich meistens den Internetgiganten amazon als Beispiel. Das heißt, meine eigenen Vorträge waren Auslöser für diesen Blogartikel.

 

Let´s talk about Macht. Eine Herleitung – Teil 2

Dann hat mir ein sehr geschätzter Kollege aus dem Themenfeld „Qualität“ einen richtig guten Tipp gegeben: Dr. Christoph Koenig von der Deutschen Gesellschaft für Qualität meinte, dass ich mir mal das neue Wirtschaftsmagazin für neues Arbeiten mit dem eingängigen Magazinnamen „Neue Narrative“ anschauen und noch besser kaufen und dann am allerbesten mir auch noch zu Gemüte führen sollte. Wenn mir ein geschätzter Kollege eine Empfehlung gibt, dann folge ich dieser auch in der Regel. Denn er wird sich ja Gedanken gemacht haben, warum er dieses und jenes genau mir und anderen oder eben nicht nur anderen empfohlen hat. Ich fühle mich geehrt, ich mache das und so übt er aber auch – sicher völlig unwissentlich – über mich ein wenig Macht aus. Das ist ein bisschen weit hergeholt und interpretationsbedürftig, aber oberflächlich könnte man das mal so stehen lassen. Kurzum: Ich habe mir das Magazin gekauft. Und am Rande: Das Magazin „Neue Narrative“ hat auch ein Leitthema: Die helle Seite der Macht. Ein Auslöser für diesen Blogartikel.

 

Let´s talk about Macht. Eine Herleitung – Teil 3

Die von mir geschätzte österreichische Journalistin Corinna Milborn, ein so kritischer, wie auch mit offenem Visier kämpfender Geist, will ihre Statements in Zukunft nicht mehr vorrangig über facebook veröffentlichen, da facebook es sich vorbehält, wem es wann welchen Beitrag zeigen und ob überhaupt zeigen will. Das heißt: Als Meinungsmacherin und eben kritischer Geist erreicht sie nur einen Bruchteil ihrer Follower, die aber eigentlich an dem, was sie schreibt Interesse haben – anders würden diese ihr ja auch nicht folgen. Facebook übt Macht über die Verbreitung der Inhalte der Journalistin aus. Was also ist die Konsequenz von Corinna Milborn: Sie installiert einen Newletter mit den ihr zur Verfügung gestellten eMail-Adressen, um wieder all diejenigen zu erreichen, die auch von ihr erreicht werden wollen. Sie holt sich die Macht über die Verbreitung ihrer Inhalte zurück. Ein weiterer Auslöser für diesen Blogartikel.

 

Macht – Eine grobschlächtige Kategorisierung

Wir blicken zu Menschen, die Macht haben auf. Ob nun mit Respekt oder despektierlich sei einmal dahingestellt. Macht hat der, der etwas zu sagen hat und der auf andere Einfluss nehmen kann. Wer will auf andere Einfluss nehmen? Derjenige, der etwas verändern will. Und hier sind wir an dem Scheideweg: Das neue Magazin „Neue Narrative“ beleuchtet eben nicht nur die dunkle, sondern vor allem die helle Seite der Macht. Denn leider ist – aus vielen Erfahrungen heraus empirisch begründet – Macht negativ besetzt. Das müsste es aber nicht zwingend.

Es gibt einige „Machthabende“, die diese positiv nutzen. Die „Neue Narrative“ nennt Elon Musk, Bill Gates oder Barack Obama als Beispiele. Sie setzen sich für gute Sachen, für eine bessere Zukunft ein. Bill Gates mit seiner Stiftung für verbesserte Lebensumstände durch gigantische Gesundheitsprojekte; Elon Musk für neue Technologien und Innovationen, die den Menschen, vor allem aber den Lebensumständen der Menschen – also der Natur in der jetzigen Form – helfen sollen.

Dann gibt es die dunkle Seite der Macht. Darth Vader ist ein berühmter Vertreter aus der Fiktion. Leider gibt es aber auch einige würdige Vertreter hier auf der Erde, die besser Fiktion wären – aber eben nicht sind.

 

Macht – Möge sie mit mir sein

In Unternehmen treffen wir manchmal Darth-Vader-ähnliche Figuren an. Herrschertypen. Menschen, die alles in der Wirkungsschneise ihres Einflusses haben wollen und nichts außerhalb davon dulden. Sie regieren über streng hierarchische Systeme, in die es sich ein- und noch besser unterzuordnen gilt. Und im Falle einer System-Karriere, sofern man das so benennen will, gilt es sich besonders gut anzupassen. Das heißt: Das Bestehende, das Alte wird so immer mehr zementiert. Neues ist gänzlich unangebracht. „Ideen können Machtsysteme zum Einsturz bringen. Darum werden Ideen immer gefährlich erscheinen – für Menschen, die nichts anderes zu bieten haben als Macht“ (siehe hier noch mehr Vortragszitate von Dr. Markus Reimer).

Dieses Machtverständnis setzt aber voraus, dass die Menschen auf der nächsthöheren Etage klüger, weil mächtiger, sind, als die Menschen darunter. Das macht die Sache mittlerweile interessant. Denn Unternehmen dieser Art haben zumindest im deutschsprachigen Raum keinerlei Überlebenschancen mehr. Nicht nur, dass heutige Arbeitnehmer sich derartige Machtgefälle nicht mehr gefallen lassen und dementsprechend auf dem Arbeitsmarkt aller Möglichkeiten sich anderweitig orientieren. Es ist vor allem die mit hoher Geschwindigkeit wachsende Komplexität, die es den Mächtigen unmöglich macht, den Überblick zu behalten. Kurzformeln wie „Ich Chef – Du Nix“ sind die Gleichungen, die in Zukunft ausschließlich Null ergeben werden.

 

Die neue Macht – Möge sie mit uns sein

Es gilt in Zukunft Macht immer weiter zu dezentralisieren – sofern man dann überhaupt noch von Macht sprechen mag. Es ist bekannt, dass vor allem Organisationen, die auf Augenhöhe untereinander kommunizieren, kooperieren und interdisziplinär denken, besonders erfolgreich und innovativ sind. Sie denken außerhalb von Silos, teilen Wissen und unterstützen in alle Richtungen – und erfahren Unterstützung von allen Seiten. Sie sitzen alle im gleichen Boot. Es geht nicht mehr um Etagen und oben und unten; es geht um links, rechts, vorne, hinten, unten, oben – und mittlerweile weit über die eigenen Boots- und Unternehmensgrenzen hinaus. Der sagenhafte Erfolg von Working Out Loud, der schon längst Organisations- und Ländergrenzen überwunden hat, spricht Bände (hier geht es zum Blog-Artikel Working Out Loud – 26 Gründe). Es geht um zu bildende und zu pflegende Netzwerke! Es geht nicht mehr um den einen schwarzen – oder auch weißen – Darth Vader in der obersten Etage.

Und natürlich steht dabei eines fest: „Macht in ein Netzwerk abzugeben, bedeutet einen individuellen Machtverlust im früheren Sinne, einen Machtgewinn jedoch für das System, in dem man agiert. Und ein solches System ist wesentlich agiler und handlungsfähiger als ein einsamer Heros, der aus der Chefetage heraus seine Angestellten dirigiert.“ (Neue Narrative, Magazin Arbeit. Wirtschaft. Wir. #01; S.12). Es geht nicht mehr um das Ich, sondern um das Uns!

Was hat das alles nun mit facebook oder amazon zu tun? Die Gegenfrage lautet: Wollen wir es dem Dirigenten Mark Zuckerberg überlassen, was von uns verbreitet wird oder nicht? Und wollen wir es dem Dirigenten Jeff Bezos überlassen, was uns in Zukunft noch angeboten wird und was nicht?

 

 

Hier haben Sie die Möglichkeit, Dr. Markus Reimer mit seinem Vortrag „(FR)Agil die Zukunft ist“ zu buchen.